2004
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Österreich  
Protector 01/02 - 2005

 
Kriminalitätsstatistik 2004
Anstieg von Straftaten - geringere Aufklärung

Im Jahr 2004 wurden in Österreich 643.648 Straftaten angezeigt. Das sind um 362 Straftaten bezie hungsweise 0,06 Prozent mehr als im Jahr 2003. Erfreulich ist die Ent wicklung in Wien. Die Anzeigen haben sich dort um 4.052 Delikte (5,5 Prozent) reduziert.

Von den 643.648 angezeigten Straftaten wurden 245.389 (38,1 Prozent) geklärt. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang von 0,4 Prozent. Der Großteil der Anzeigen betrifft die Deliktsgruppe gegen fremdes Vermögen. 72,5 Prozent aller in Österreich begangenen Delikte sind Vermögensdelikte, die im Gesamten leicht (0,1 Prozent) rückläufig sind. Während 2004 um 17.663 weniger Diebstahlsanzeigen zu verzeichnen waren, sind die Anzeigen wegen Einbruchs um 15.641 Fälle gestiegen. Die größte Steigerung, rund 9.400 (+190 Prozent) Delikte mehr als im Vorjahr, wurde im Bereich der strafbaren Handlungen gegen den Geldverkehr - zum Beispiel Eurofälschung und Falschgeldweitergabe - registriert.

Den gesamten Beitrag finden Sie in der Zeitschrift PROTECTOR

 
Liese Prokop neue Bundes ministerin für Inneres
Nach dem überraschenden Rücktritt des bislang amtierenden Innenminister Dr. Ernst Strasser gelobte Bundespräsident Dr. Heinz Fischer am 22. Dezember 2004 Liese Prokop als neue Innenministerin und erste Frau in der Geschichte der Republik Österreich in diesem Amt an. Die neue Innenministerin nannte drei große Bereiche: die Zusammenführung der Wachkörper, die Asylpolitik und die Neuorganisation des Zivildienstes. Liese Prokop wurde am 27. März 1941 in Wien geboren. Nach der Matura studierte sie Biologie und Sport an der Universität Wien. Die Niederösterreicherin zählte zu den besten Leichtathletinnen Österreichs. Sie gewann unter anderem bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko die Silbermedaille im Fünfkampf. Ihre politische Karriere begann Liese Prokop im Oktober 1969 als Abgeordnete zum niederösterreichischen Landtag, ab April 1981 war sie Mitglied der Landesregierung und ab Oktober 1992 Landeshauptmann-Stellvertreterin in Niederösterreich.



Digitalfunknetz ab 2009 österreichweit
Das österreichische Innenministerium (BM.I) wird in den kommenden Jahren die gesamte Funkkommunikation auf eine bundesweit überdeckende, digitale Bündelfunktechnik umstellen. Dies erklärte Peter Skorsch, Leiter der Abteilung IV (Technik) des BM.I, auf dem Tetra World Congress in Wien. Der österreichweite Betrieb ist laut BM.I für das Jahr 2009 geplant. In weiterer Folge soll das neue System allen Blaulichtorganisationen (BOS) wie dem Bundesheer, der Justiz- und Zollwache, Organisationen der Bundesländer, dem Rettungswesen und der Feuerwehr zur Verfügung stehen. Der US-amerikanische Elektronikkonzern Motorola, der zur Entwicklung des Tetra-Standards entscheidend beigetragen hat, präsentierte auf dem Congress weitere Lösungen für Sicherheitsbehörden. Die Vorteile von Tetra (Terrestrial Trunked Radio) sind laut Motorola: Abhörsicherheit, gleichzeitige Übertragung von Sprache und Daten sowie die übergreifende Einsatzkoordination. Zusätzlich bietet das System hohe Sprachqualität und die mit dem Digitalfunk einhergehende Verschlüsselung. Mit dem Land Tirol wurde vom BM.I bereits eine Vereinbarung über die Nutzung des neuen Systems geschlossen. Der Ausbau in den weiteren Bundesländern wird insbesondere unter Berücksichtigung des jeweiligen Bedarfes in den Ländern erfolgen.



Plabutschtunnel Vollausbau fertig gestellt
Mit einem Festakt wurde die Gesamtfertigstellung des Plabutschtunnels auf der A 9 Pyhrn Autobahn gefeiert. Der Vollausbau dieses rund zehn Kilometer langen "Citytunnels" von Graz ist ein wesentlicher Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Vizekanzler Hubert Gorbach: "Die Fertigstellung des Plabutschtunnel- Vollausbaus ist ein weiterer wichtiger Schritt zu mehr Verkehrssicherheit auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen. Alle sicherheitstechnischen Maßnahmen, die in der Tunnelsicherheitskommission beschlossen wurden, flossen in dieses Projekt. Dort, wo es das Verkehrsaufkommen notwenig macht, wird der Bau zweiter Tunnelröhren auch künftig so rasch wie möglich umgesetzt werden." Mit der Errichtung der Weströhre und der Generalsanierung der Oströhre steht den Verkehrsteilnehmern nun eine nach dem modernsten Stand der Technik ausgerüstete Tunnelröhre zur Verfügung. Asfinag Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Franz Lückler: "Der Plabutschtunnel ist einer der modernsten Tunnel Österreichs und bereits heute europaweit ein Vorzeigeprojekt. Insgesamt 34 Millionen Euro, also ein Viertel der Gesamtkosten der neuen Weströhre, wurde in die Sicherheitstechnik, Lüftung und Löschwasserversorgung investiert."



Taschencomputer als Werkzeug für Exekutive
Der Liezener Bezirksgendarmeriekommandant Herbert Brandstätter hat sich gemeinsam mit Gert Vieider in der Diplomarbeit seines G-Tec-Studiums an der Uni Rottenmann Fahndungstechniken im Zeitalter der digitalen Datenerfassung gewidmet. Aufbauend auf den verwendeten internen Erfassungs- und Auswertungssysteme von Straftaten haben sich Brandstätter und sein Kollege mit der kriminalpolizeilichen Fahndung als GIS-Anwendung (Geoinformationssystem) beschäftigt und den Prototyp für ein Programm für Pocket-PCs erarbeitet. Der Einsatz von GIS und das Programm zielen darauf ab, Daten von Delikten sofort, wenn möglich noch am Tatort, in standardisierte Formulare einzugeben, die umgehend für alle Beamten in ganz Österreich zugänglich sind. Über spezielle Vorgangsweisen der Täter, eventuelle Personsbeschreibungen, Personenoder Fahrzeugdaten und andere Auffälligkeiten wären damit alle befassten Exekutivorgane gleichzeitig mit gleichem Wissensstand informiert. Die Datenverknüpfung und -auswertung ermöglicht es, gefährdete Objekte herauszufiltern, mögliche (Flucht)Wege oder Tat-Häufungspunkte darzustellen. Die Ergebnisse dieser Berechnungen dienen der Prävention, der Ausforschung von Straftätern und auch der Beurteilung von Delikten, zum Beispiel, ob es sich um eine Serie handelt.




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